Mittelalterliches Gefängnis «Plötzhaus» nimmt Formen eines Museums an

Im Rahmen des LEADER-Projektes «Das Plötzhaus am Baderbach» werden die Räumlichkeiten des ehemaligen Gefängnisses öffentlich zugänglich gemacht. Es ist so konzipiert, dass über eine Zeitschloss in den Monaten Mai bis Oktober die Räumlichkeiten betretbar werden – die offizielle Eröffnung des neuen Museums wir voraussichtlich im Frühjahr 2021 sein.

Plötzhaus_Eingang_FörderhinweisPlötzhaus_Bild_Daniela-Thomas

Plötzhaus_Kathi-und-GefangenerPlötzhaus_Kopf-ab_Thomas-Daniela Plötzhaus_Projektgruppe

Im Frühjahr des vergangenen Jahres erfolgte der Startschuss zu den Bauarbeiten. Zuerst musste eine Zufahrt zum Gebäude errichtet werden, war dieses doch zuvor nur zu Fuß erreichbar. Während der Bauphase diente dieser Weg schließlich für die Anlieferung und die Abwicklung des Baustellenverkehrs, welcher dann als Wanderweg und Zugang zum Museum erhalten bleiben soll.

goproHinterseite Plötzhaus

Im Gebäude selbst hat sich auch viel getan. So wurden alle quer durch die Räume verlaufenden Rohrleitungen (Wasser- u. Abwasserleitungen) deinstalliert und neu verlegt. Im zukünftigen Museumsbereich gab es bislang keine Elektrizität, was sich nun auch geändert hat, denn alle Räume wurden mit Beleuchtungskörpern ausgestattet. Zusätzlich wurde eine Notbeleuchtung installiert.

Museumsbereich_5Holz- und ElektrikerarbeitenNotausgang

Die alten, teilweise verfaulten Holzfenster und Fensterrahmen wurden durch handgefertigte Holzfenster ersetzt, um eine gewisse Authentizität zu erhalten.

Tischlerarbeiten

Die meiste bauliche Veränderung hat der ehemalige Heuboden erfahren, der künftig als ca. 40 m² großer Ausstellungsraum zur Hofer Zeitgeschichte genützt wird. Der alte Holzdielenboden wurde entfernt und da der Raum unterschiedliche Fußbodenebenen aufwies, wurde durch eine aufwendige Unterkonstruktion ein durchgängiges Fußbodenniveau geschaffen und ein neuer Dielenboden aus sägerauen Pfosten verlegt. Weiters wurde eine Holzdecke eingezogen, um alle Leitungsführungen zu verdecken. Auf dieser Decke wurden die Beleuchtungsköper installiert, wobei Scheinwerfer punktuell die einzelnen Schautafeln ideal ausleuchten können.

gopro_vor fertigstellung Museumsbereich

Aber auch in punkto Sicherheit wurde investiert. Wie bereits oben erwähnt, wurde eine eigene Notbeleuchtung installiert, die den Fluchtweg markiert. Beim Abgang zum Verlies wurde ein von Hand geschmiedetes Geländer aufgestellt.

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Projektleitung Sigi Burgschwaiger: Es hat sich gezeigt, dass man bei einem alten Gebäude wie dem Plötzhaus vor Umbauten nicht wissen kann, was einen erwartet, wodurch man häufig mit nicht vorhersagbaren Problemen konfrontiert wird. Dank der guten Betreuung durch das FUMO-Team, der Unterstützung von Gemeinde und Tourismusverband, sowie der raschen, unbürokratischen Bearbeitung durch das Amt der Salzburger Landesregierung, konnte dementsprechend darauf reagiert und gehandelt werden. Als sich herausstellte, dass der bestehende Eingangsbereich höchst baufällig ist, konnte durch Verschiebung einzelner Kostenpositionen ein neuer Eingangsbereich geschaffen werden. Alle am Projekt beteiligten Personen sind der Meinung, dass das Projekt durch die Neugestaltung des Eingangsbereiches enorm profitiert hat. In diesen Räumlichkeiten gibt es nun auch Sitzgelegenheiten, zusätzliche Schautafeln, Requisiten, eine rustikale, zeitgesteuerte Eingangstür und sehr bald werden BesucherInnnen auch die Möglichkeit haben, ins WLAN einzusteigen. Mit QR-Codes auf den Tafeln kann beispielsweise auch der englischsprachige Text für jede Station und jeden Raum aufgerufen werden. 

Hier noch ein paar Eindrücke:

Museumsbereich_1Eingangsbereich_Innen_2 Baderbachmühle von Plötzhaus aus_3Eingangsbereich_InnenEingangsbereich_FörderhinweisFöderhinweis_Außenseite