SPANNENDE ERGEBNISSE der REGIONSUMFRAGE

Gleich in den ersten paar Tagen nach dem Onlinegang der großen FUMO-Umfrage staunte das LEADER-Teamnicht schlecht, dass sich zu diesem Zeitpunkt bereits 200 Menschen der Region dazu aufraffen konnten, die Fragen zu beantworten! Ende Februar wurde die Umfrage schließlich nach einem Monat Befragungszeitraum bei 414 Teilnehmer:innen geschlossen. Ein Ergebnis, auf das man stolz sein kann – immerhin ist das rund 1 % der FUMO-Bevölkerung (ca. 40.000 Einwohner:innen) und aufgrund der breiten Streuung auch durchaus repräsentativ für die Region!

Ob die Menschen die LEADER-Region Fuschlsee-Mondseeland (FUMO) und das Förderprogramm kennen, was sie mit ihrer Heimat verbinden, wo sie die größten Herausforderungen für die Zukunft sehen und welche Themenbereiche man im Sinne der nachhaltigen Entwicklung der Region in Angriff nehmen sollte – das zu eruieren, war das große Ziel!

Das ENDERGEBNIS wurde den BürgermeisterInnen und wichtigen Akteur:innen aus der Region bereits Anfang März 2022 präsentiert und gemeinsam diskutiert. Viele wichtige Themen und Erkenntnisse fließen nun in die sogenannte Lokale Entwicklungsstrategie (LES) der LEADER-Region FUMO, mit der man sich für die neue EU-Förderperiode (23-27) bald bewirbt.

Wer hat daran teilgenommen?

Beide GESCHLECHTER waren in der Umfrage beinahe gleichermaßen vertreten (53 % Frauen). Ebenso gab es eine gute Streuung über alle ALTERSGRUPPEN hinweg (bis 30 Jahre 9%, 31-40 J. 27%, 41-50 J. 26%, 51-65 J. 30%, >65 J. 7 %). Bezogen auf die HERKUNFT sind knapp 59 % dem Mondseeland, 29 % der Fuschlseeregion und weitere 12 % sonstigen Regionen zuzuordnen, deren Teilnehmer:innen sich jedoch besonders mit der FUMO-Region verbunden fühlen. Mit der Umfrage konnten auch Menschen erreicht werden, die zuvor noch nichts vom LEADER-Förderprogramm gehört haben (13 %: „Nein, der Begriff ist mir neu“). 44 % und somit der größte Anteil haben schon von der LEADER-Region gehört und sogar 16 % viel mit ihr zu tun gehabt.

Was wird besonders geschätzt in der Region?

Ein Großteil der Befragten (298 Nennungen!) nennen bei dieser Frage – wenig überraschend, aber eben sehr bezeichnend für die Region – die NATUR, LANDSCHAFT, SEEN und GEWÄSSERBERGE, die SCHÖNHEIT, BIODIVERSITÄT und VIELFÄLTIGKEIT in der Region Fuschlsee-Mondseeland. Geschätzt wird darüber hinaus auch die Erholungsfunktion, die Möglichkeit vieler Freizeitaktivitäten, die gute Lage und Infrastruktur, die hohe Lebensqualität und das gut funktionierende Miteinander.

Die regionsprägendsten Wörter aus der Frage nach den ersten Begriffen, die ihnen zu unserer Region einfallen, werden anschließend in einer Wortwolke dargestellt. Je öfter ein Wort genannt wurde, umso größer wird es in der Grafik dargestellt. 

Berge und Seen – unsere Natur – soll sich daraus abgeleitet auch künftig im neuen SLOGAN der LEADER-Region FUMO wiederfinden und so mit der Grundidee von LEADER, viele Menschen mit ihren Ideen daran zu beteiligen, verwoben werden: LEADER-Region FUMO >>> „Berge, Seen, Ideen“

Was sind die größten Herausforderungen in der Region?

Besonders spannend wurde es im Zuge der Auswertung der offenen Frage nach den größten HERAUSFORDERUNGEN. Eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen wird spürbar bei einem Thema, das von den Befragten oft mit dem «Finden einer guten Balance im Tourismus – zwischen Gästen und Einheimischen» beschrieben wird – so laut Angabe von 120 Teilnehmer:innen. Beispielsweise solle man den «Tourismus fördern, aber in dem Maße, dass dieser nicht Überhand nimmt, sprich, dass die Einheimischen nicht drunter leiden. Viele «[…] wollen nicht mehr auf die Berge gehen, weil sie so überlastet sind […] «.

Auffallend häufig wiederkehrende Themen sind außerdem der «leistbare Wohnraum, hohe Lebenserhaltungskosten, Bauweise, Zweitwohnsitz, Wegzug» (118 Nennungen). Beispielweise fordert jemand in der Umfrage «Leistbaren Wohnraum für unsere Kinder» und die «Eindämmung der Zweitwohnsitze». Andere formulierten es mehrfach so:  «Das Mondseeland soll nicht ein zweites Kitzbühel werden»!

Platz 3 (111 TN) und 4 (108) der größten Herausforderungen belegen die Themenfelder «Klima-, Natur- und Tierschutz, Anpassung an den Klimawandel, Erhalt der Landschaft und Landwirtschaft» sowie «Neue Mobilitätsangebote (Ausbau Öffentlicher Verkehr, Radwegenetz)». Eine Person betont dabei die Notwendigkeit von „Preislich attraktiven, öffentlichen Verkehrsangeboten in annehmbarem Takt bzw. alternative Modelle, um den Individualverkehr zu reduzieren (Pendlerverkehr UND Ausflugsverkehr)“. In den Griff sollte die Region künftig beispielsweise auch den «Verkehr und wildes (unerlaubte) Parken durch Tourismus und Sport!» bekommen. 

Weiters sehen viele die «Zersiedelung, Flächenverbrauch, Raumordnung» (76 TN), allgemein  zunehmende Verkehrsbelastungen (wie Lärm, Stau, Parkplatzproblematik) (56 TN), die regionsweite und gemeindeübergreifende Zusammenarbeit, Kommunikation und Vernetzung (55 TN) oder neue Angebote in den Bereichen Jugend, Pflege, Betreuung, Freizeit oder Barrierefreiheit» (37) als große Herausforderungen!

Was sind die wichtigsten Themen für die zukünftige Regionalentwicklung?

Auf Basis vieler Gespräche und Workshops im Herbst 2021 mit in Summe rund 175 persönlichen Teilnehmer:Innen aus der Region wurden in der Umfrage bereits all jene Themen platziert, die sich dabei als besonders relevant und wichtig herauskristallisierten. Die Teilnehmer:innen der Umfrage bekamen sodann die Möglichkeit, diese Themen nach ihrer Wichtigkeit und persönlichen Einschätzung zu reihen. 

Ergebnis aus der TOP 5-Reihung der Befragten:

1. Neue Wohnformen (leistbares Wohnen, Junges Wohnen, Altersgerechtes Wohnen)
(238 Nennungen)
2. Stärkung regionaler & ökologischer Produkte & Dienstleistungen (199 Nennungen)
3. Gelebter Klimaschutz & Anpassung an den Klimawandel (179 Nennungen)
4. Sensibilisierung für einen nachhaltigen Lebensstil (157 Nennungen)
5. Nachhaltige Alternativen für Alltags- & Freizeitmobilität (156 Nennungen)

Regionaler FOKUS bis 2027

Der umfassende Beteiligungsprozess zur Entwicklung einer regionalen Strategie für die Region Fuschlsee-Mondseeland und für die Bewerbung zur LEADER-Region in der neuen Förderperiode 2023-2027 hat sich ausgezahlt. Rund 750 Personen waren aktiv bei Fachdialogen, Workshops und Thementischen, der Online-Umfrage oder in den Strategieklausuren mit dabei – vielen Dank dafür!

Das LEADER-Team und die 17 Gemeinden der LEADER-Region FUMO erhielten mit den wertvollen Ergebnissen aus der Umfrage und der Beteiligung vieler Menschen einen KLAREN AUFTRAG: Sich diesen Themen, wo in der Bevölkerung der Schuh drückt und es dringenden Handlungsbedarf gibt, in den nächsten Jahren intensiv und mit einem klaren Fokus zu widmen!